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RIGHT GUARD – Xtreme Activated – der Spot mit Bastian Schweinsteiger!

Der neue Spot von Right Guard läuft mittlerweile auf allen Kanälen der Republik und es erscheint alles beim Alten:
Ein bekannter Sportstar (Sebastian Schweinsteiger) wirbt fĂĽr ein bekanntes Produkt. Dazu gibt es Glanz und Glamour, scharfe Schlitten, eine bezaubernde Schönheit am Steuer und das Blitzlicht des Erfolges und der Anerkennung. Die heiĂźe Fahrt auf dem Beifahrersitz eines Audi R8 endet fĂĽr Schweinsteiger vor dem roten Teppich, den er galant im feinen Zwirn beschreitet. Kein SchweiĂź und keine Transpirationsflecken am weiĂźen Hemd dank dem Deodorant von Right Guard – das ist das Credo des Spots. Nichts besonderes eigentlich, wäre da nicht der fade Beigeschmack einer atavistischen Rollenverteilung der bleibt.

 

RIGHT GUARD – Xtreme Activated
„Echte Männer kennen keine Angst“, so lauten die ersten Worte des Spots, während man Sebastian Schweinsteiger auf dem Beifahrersitz sieht. Am Steuer eine hĂĽbsche Blondine die ordentlich Gas gibt im knallroten Audi R8. Die Szene hat komödiantisches Potenzial, zumal ein deutsches FuĂźballidol und zugleich einer der besten Mittelfeldspieler der Welt wie ein scheues Reh in seinem Sitz verkriecht. Doch leider driftet die Szenerie – dank des martialisch alá Bruce Willis klingenden Sprechers – in ein chauvinistisches Rollenklischee ab.

„AuĂźer sie sitzen nicht am Steuer.“ Hier sind wir also wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt: Frau am Steuer ist wie Kim Jong Un vor einer Atombombe – unberechenbar! Wer sich so einer Gefahr aussetzt, der muss natĂĽrlich ein starkes Deo benutzen, so suggeriert es der Spot. Denn Männer mĂĽssen die Kontrolle behalten, denn Kontrolle ist Macht. Simone de Beauvoir wĂĽrde sich im Grabe herumdrehen und Frauenrechtler/innen schĂĽtteln mit dem Kopf, während es der GroĂźteil der Zuschauer nicht merkt oder wahr haben will: Werbung ist und bleibt Klischee!

Schlimm ist das an sich eigentlich nicht. Leider wird es aber auf den Schultern der Gesellschaft ausgetragen und es werden gesellschaftliche Prototypen geschaffen, die es nachzuahmen gilt:
Männer sind in dieser Welt nur erfolgreich, wenn sie Ansehen, Macht und Leistung bringen, was sich letztlich im Reichtum der Oberflächlichkeit widerspiegelt. Nur wer als Mann die Kontrolle über sich (und die Frauen?) hat, ist ein Mann. Wenn Frauen am Steuer sitzen, dann müssen! Männer Angst haben, denn diese Situation ist kafkaesk. Oder anders gesagt: Eine klare Rollenverteilung bringt Sicherheit!

Sebastian Schweinsteiger hat unzählige Werbeverträge unterschrieben, abgedreht und dabei sicherlich gut kassiert. Im Moment steht er auf dem Zenit seiner Laufbahn und kann alle groĂźen Titel in nur einer einzigen Saison gewinnen. Wenn er beim Lesen des Skripts genauso grĂĽndlich gewesen wäre, wie auf dem Platz, dann hätte er den chauvinistischen Gestus des Spots sicher bemerkt. Oder vielleicht auch nicht – genauso wie ein Millionenpublikum vor den TV-Geräten, das mĂĽde und vom Werbesturm erdrĂĽckt im warmen Leder der heimischen Couch liegt. Werbung bleibt nunmal Werbung: Es setzt sich im Unterbewusstsein fest.

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